Eissport

Anfänge des Eishockeys in Geretsried

Einige Leute in Geretsried waren schon immer mit ganzem Herzen dem Eishockeysport verbunden. Die Anfänge wurden im Jahre 1959 genommen, als Roman Sternkopf in seinem Garten am Brauneckweg mit viel Liebe und Geduld eine bespielbare Natureisfläche von 15 x 15 m mit dem Gartenschlauch zauberte. Hier „bolzten“ fast jeden Tag einige Eishockeybegeisterte bis spät abends mit der schwarzen Scheibe herum; Checken war dabei verboten.

Einige Spieler nahmen auch schon in Königsdorf bei den dortigen Mannschaften am Spielbetrieb teil.

 

1960 - 1969

 

Im Januar 1961 trafen sich dann die Pioniere Herbert Miethig, Ernst Jellen und Roman Sternkopf zur Gründungsversammlung der Eissportabteilung im TuS Geretsried. Zum 1. Abteilungsleiter wurde damals Dr. Manfred Zuber gewählt.

 

Kurioserweise wurde bereits zwei Jahre davor von Herbert Miethig der Antrag auf Gründung einer Eissportabteilung gestellt. Der Antrag wurde jedoch von der Mitgliederversammlung in der ehemalige „Gaststätte Böhm“ abgelehnt. Dies mit der Begründung, dass der Forderungskatalog der Eissportler zu umfangreich wäre. Vor allem betraf dies das eigene Natureisstadion, das an der Tattenkofener Straße geplant war.

 

Zum damaligen Zeitpunkt wechselte man aber zunächst von Roman Sternkopf´s Garten auf eine größere Fläche. Auf dem Gelände am Festplatz wurde eine 30 x 30 m große Eisfläche bereitet, umsäumt von einer Schneebande.

Auf dem neuen Platz, dem jetzigen Busparkplatz am Eisstadion an der Jahnstraße, wurde auch der erste öffentliche Lauf ausgetragen. 159,00 DM betrug die stolze Einnahme, mit der Bretter für die Bande der geplanten Natureisbahn besorgt wurden.

 

Mit dem Bau der ersten Natureisbahn wurde an der Richard-Wagner-Straße, dem jetzige Rasenplatz der Karl-Lederer-Hauptschule in der Saison 1962/63 mit Unterstützung der Gemeinde Geretsried begonnen. Mitgeholfen haben viele, um den Eishockeysport auf die Beine zu helfen. Bretter für die Bande wurden teilweise von der Großbaustelle am Neuen Platz „besorgt“ und von den Eintrittsgeldern gekauft. Hans Adamek bemühte sich um eine Lampe, Ingenieur Alfred R. Franz stiftete die dazugehörige Glühbirne. Herbert Herrglotz installierte die Elektrik und von der Geretsrieder Feuerwehr bekam man ausgediente, etwas löcherige Schläuche geschenkt. Für fünf Mark wurden gebrauchte Telefonmasten von der Post für die Beleuchtung erstanden. Weitere Lampen wurden von Roman Sternkopf und Simon Gaal beschafft. Ernst Jellen baute die Tore.

Ein Bulldog wurde für 500,- Mark von einem Bauern zur Eisbereitung gekauft, die Horst Lauffer zusammen mit Walter Preuß (Kassier) oblag. Den dazugehörigen Hobel erwarb man aus Bad Tölz.

 

Am 5. Dezember 1962 wurde das erste Freundschaftsspiel einer Geretsrieder Eishockeymannschaft ausgetragen; die Geretsrieder unterlagen der Mannschaft des ASV Dachau mit 2:5 Toren. Der erste Sieg folgte wenigen Wochen später mit einem 1:0 gegen den ESV Penzberg.

Zusätzlich zur Seniorenmannschaft wurde schon in der Saison 1962/63 eine Schüler- und Jugendmannschaft gegründet.

 

In der Saison 1963/64 nahm das Seniorenteam erstmals am Meisterschaftsbetrieb des Bayerischen Eissportverbandes teil. In der Kreisklasse, die damals die niedrigste Spielklasse war, wurde der 6. Tabellenplatz erreicht.

Die Schüler- und das Jugendmannschaften bestritten währenddessen ihre ersten Freundschaftsspiele, bevor die Teams in der Saison 1965/66 erstmals zum Meisterschaftsspielbetrieb angemeldet wurden.

Aufgrund des milden Winters konnten in der Spielzeit 1965/66 nur sieben Pflichtbegegnungen ausgetragen werden. Durch mutwillige Beschädigungen wurde der Eisplatz schwer in Mitleidenschaft gezogen. So wurde unter anderem die Hälfte der Bande umgerissen. Desweiteren wurden die Dielen des Kampfrichterturms von unten durchschlagen und der Lagerschuppen umgerissen. Im aufopferungsvoller Kleinarbeit wurde die Anlage wieder hergerichtet.

Im Sommer 1966 wurde der Rohbau der Turnhalle an der Johann-Sebastian-Bach-Straße fertiggestellt. Schon davor wusste man in der Eissportabteilung, dass das angrenzende Natureisstadion weichen musste. Abteilungsleiter Herbert Miethig, damals Gemeinderat und Sportreferent, bekam vom Bürgermeister Karl Lederer zwei Plätze für die Neuerstellung vorgeschlagen. Die Entscheidung fiel auf den Festplatz in Gartenberg.

Auf Kosten der Gemeinde wurde der alte Eisplatz abgetragen und in Gartenberg neu errichtet. Ein großes Plus für die Zukunft waren dabei die zur Verfügung gestellten Umkleide- und Duschräume. Am 17. Dezember 1966 wurde der neue Eisplatz mit einem Freundschaftsspiel gegen den TSV Königsdorf eingeweiht.

 

In der Spielzeit 1966/67 wurden erstmals bekannte Trainer und Spieler für die Erste Mannschaft des TuS Geretsried verpflichtet. Ex-Nationalspieler Jakob Probst vom EC Bad Tölz führte das Geretsrieder Team erstmals zur Meisterschaft in der Kreisklasse, jedoch wurden die beiden Aufstiegsspiele in die Landesliga gegen die Mannschaft des SC Eibsee-Grainau mit 2:7 und 0:8 verloren.

 

Gleich zweimal schwer heimgesucht wurde das Natureisstadion in der Saison 968/69. Im Inneren des Kampfrichterturmes wurde fast das gesamte Mobilar beschädigt. Umkleidekabinen und und Spielzeituhr fielen beide male den Randalierern zum Opfer. Um die teueren Instandsetzungsarbeiten bezahlen zu können, wurden einige Wohltätigkeitsveranstaltungen durchgeführt. Im September kam beispielsweise die AH - Fußballmannschaft vom TSV 1860 München nach Geretsried, um gegen die Eissportler anzutreten. Die Gäste verzichteten dabei auf ihre Gage.

 

Erst in der Saison 1969/70 wurde erneut die Meisterschaft errungen, nachdem die Mannschaft in der vorangegangen Spielzeit lediglich Letzter der Kreisliga geworden war. Diesmal gelang der Aufstieg in die Landesliga.

 

1970 - 1979

 

Auch im Nachwuchsbereich konnte der erste größere Erfolg errungen werden, als die Jugendmannschaft in ihrer Spielklasse im Jahr 1970 den zweiten Tabellenplatz belegte. Eine Saison später, 1970/71, gewannen auch die Junioren erstmals Meisterschaft der Gruppe B errangen und Dritter bei den Bayrischen Meisterschaften für Natureisvereine wurde. Die erste Bayerische Meisterschaft wurde in der Saison 1971/72 nach Geretsried geholt, als die Junioren die Gruppenmeisterschaft gewannen und erstmals Bayrischer Meister auf Natureis wurden. Dieser Titel konnte dann in der folgenden Saison 1972/73 erfolgreich verteidigt werden.

 

Die Juniorenmannschaft als Bayerischer Meister des Jahres 1972/73

Hintere Reihe (v.l.): Betreuer Alfred Hänseler, Walter Kloiber, Hans Tauber, Harald Lauffer, Norbert Lauffer, Wolfgang Patzelt, Helmut Baki, Kapitän Gerhard Frühwirt

Vordere Reihe (v.l.): Wolfgang Knappe, Herbert Miethig jr. Robert Schuster, Rainer Stowasser, Harry Petschenka, Jochen Sternkopf

rechts im Bild: TuS-Vorstand Alfred Assmann, Abtlgs.Leiter und Trainer Herbert Miethig, Bgm. Heinz Schneider

 

 

Zur Saison 1972/73 verpflichtete der TuS Geretsried Ladislav Oljenik, Ex-Nationalspieler der Tschechoslowakei und Trainer des EC Bad Tölz, der teilweise auch das Training der Geretsrieder Mannschaft betreute. Am Ende der Spielzeit belegte der Verein den sechsten Platz in der Landesliga.

 

Einen enormen Auftrieb im Geretsrieder Eishockey, im Senioren wie im Nachwuchsbereich, gab es mit dem Bau des Kunsteisstadions im Jahr 1973, das am 23. Dezember mit dem Meisterschaftsspiel gegen den TSV Schliersee (Endstand 3:3) eingeweiht wurde.

Die Spielzeit 1973/74 beendete der TuS als Tabellenerster der Landesliga und stieg damit erstmals in die Regionalliga Süd auf. Dank der Kunsteisbahn erlebte die Eissportabteilung einen regen Zulauf. Neben der Neugründung einer Bambinimannschaft wurde die Schülermannschaft erneut ins Leben gerufen.

 

Das erste Jahr in der Regionalliga wurde mit dem sechsten Tabellenplatz beendet. Ein Höhepunkt war das Spiel in Schwenningen, wo der TuS vor der Rekordkulisse von 2.500 Zuschauern unerwartet mit 5:4 gewinnen konnte.

In der Saison 1975/76 erreichte die Mannschaft den dritten Platz, der wegen der Aufstockung der 2. Bundesliga gleichzeitig zum Aufstieg in die Oberliga berechtigte. Junioren und Schüler bestritten wie im Vorjahr Meisterschaftsspiele, während die Bambini lediglich Freundschaftsspiele bestritten. Mit 12:51 Punkten und einem Torverhältnis von 196:213 kam die Seniorenmannschaft in der Spielzeit 1976/77 nicht über den letzten Platz der Oberliga hinaus, sodass der Verein wieder in die Regionalliga Süd absteigen musste.

Mit den Erfahrungen aus dem Oberligajahr ging es in die Saison 1977/78, für die Weichen frühzeitig gestellt worden waren. Als Spielertrainer wurde Helmut Eberhardt verpflichtet. Neben Siegfried Kinkal wechselte auch der Bruder des Trainers, Sepp Eberhardt, vom EC Bad Tölz nach Geretsried. Außerdem befand sich mit Dave Snyder erstmals ein Eishockeyspieler aus Übersee im Kader. Am Ende der Vorrunde stand der TuS auf dem zweiten Tabellenplatz der Regionalliga Süd. In der Aufstiegsrunde zur Oberliga wurde der erste Tabellenplatz erreicht, wofür der Grundstein im Lokalderby in Bad Tölz vor 1.000 Zuschauern in der Partie gegen den SC Reichersbeuren gelegt wurde. Durch zwei Siege gegen den GSV Moers konnte am Ende der Spielzeit die Deutsche Regionalliga-Meisterschaft errungen werden. Nach dem abermaligen Aufstieg in die Oberliga Süd sicherte der TuS Geretsried nach dem zehnten Platz in der Qualifikationsrunde sowie einem Sieg über den EV Bad Wörishofen in der Abstiegsrunde den Klassenerhalt in der Oberliga-Spielzeit 1978/79.

Der Nachwuchsbereich war inzwischen auf über 60 aktive Spieler angewachsen.

 

1980 - 1989

 

Trotz Streitigkeiten im Seniorenteam wurde der Klassenerhalt in der folgenden Saison erneut geschafft. Im Nachwuchsbereich konnte zudem erstmals wieder eine Juniorenmannschaft zum Spielbetrieb gemeldet werden.

Vor der Saison 1980/81 wurde das Eisstadion überdacht. Die Fertigstellung verzögerte sich jedoch, sodass ein regelmäßiger Trainings- und Spielbetrieb anfangs nicht möglich war und das Training vom neuen Trainer Hans Rothkirch teilweise im Fußballstadion anstatt auf Eis durchgeführt werden musste. Zusätzlich mussten die ersten Meisterschaftsspiele in der Oberliga auswärts bestritten werden, was zu einer Niederlagenserie führte. Am Ende der Saison belegten der TuS den letzten Tabellenplatz. Durch Verbandsentscheid wurde die Oberliga aufgestockt, sodass am grünen Tisch der Abstieg doch noch verhindert wurde.

Erstmals in der Geretsrieder Eishockeygeschichte waren im Nachwuchs über 100 Spieler aktiv. Die Junioren spielten bereits in der Klasse II, das Jugendteam stieg in die Klasse II auf, die Schüler wurden Meister der Klasse II und gewannen ihre Relegationsspiele gegen Rosenheim und konnten somit um die Deutsche Meisterschaft mitspielen. Die Knaben und die Kleinschüler spielten ebenfalls in der Klasse II. Außerdem nahm eine Kleinschülermannschaft am Spielbetrieb teil.

In der Saison 1981/82 verpflichtete der TuS mit Brian Ashton, Martin Dranger, Willi Feierabend, Sepp Jäger, Volker Müller, Johann „Hupa“ Eimannsberger und Toni Pohl namhafte Neuzugänge. Durch die attraktive Spielweise wurde serienweise die 1000-Besucher-Marke überschritten. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga wurde jedoch verpasst.

Einen Aufstieg feiern konnten hingegen die Junioren, die nach einem Intermezzo in der Klasse III wieder in die Klasse II aufstiegen, und das Jugendteam, dem der Aufstieg in die höchste Nachwuchsliga gelang. Auch in der folgenden Saison erreichten die Senioren mit Hans Rothkirch die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, wo der sportliche Aufstieg jedoch erneut verpasst wurde.

 

Bei der Jahreshauptversammlung 1983 löste Oskar Janka nach über 20-jähriger Tätigkeit Herbert Miethig als Abteilungsleiter ab. Herbert Miethig wurde zum Ehrenabteilungsleiter ernannt.

 

Durch die beschlossene Teilung der 2. Bundesliga in Nord und Süd nahm der TuS Geretsried das Angebot, 1983/84 in dieser Liga zu spielen, an. Erstmals in der jungen Geretsrieder Eishockeygeschichte gab es Lokalderbys im Meisterschaftsspielbetrieb: Vor über 3.400 Besuchern gelang der Mannschaft beim ersten Aufeinandertreffen mit dem EC Bad Tölz ein achtbares 2:4. Beim Rückspiel sahen 4.800 Zuschauer einen 7:5-Erfolg des TuS. Durch einen ersten Platz in der Qualifikationsrunde sicherte sich die Mannschaft den Klassenerhalt.

Aus Mangeln an Spielern konnte erstmals seit vielen Jahren keine Juniorenmannschaft gemeldet werden. Deshalb entschied sich der Verein, ein 1b-Team aufzustellen, welches sofort den Aufstieg in die Bayernliga schaffte. In der Saison 1984/85 konnte die Seniorenmannschaft nicht mehr an die guten Leistungen des Vorjahres anknüpfen. Der neue Cheftrainer Richard Piechutta wurde im November 1984 entlassen und von Gerhard Herrmann abgelöst. Am Ende der Spielzeit belegte das Team mit klarem Abstand den letzten Tabellenplatz. Das 1b-Team erreichte hingegen in der Bayernliga die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Süd, wo der sportliche Aufstieg gelang.

 

Im Sommer 1985 entschloss sich die Abteilungsleitung, die Erste Mannschaft, die in der Oberliga Süd hätte spielen müssen, zurückzuziehen. Ihren Platz nahm das erfolgreiche 1b-Team mit fast ausschließlich einheimischen Spielern in der Regionalliga Süd ein. Als neuer Trainer wurde Franz Neumair engagiert. Es folgten zwei Jahre in der Regionalliga Süd, ehe das Team in der Saison 1986/87 den Wiederaufstieg in die Oberliga feiern konnte. Einer der bedeutendsten Spieler dieser Zeit war Publikumsliebling US-Boy Troy Thrun.

Im Laufe der Saison 1986/87 wurde zudem eine Damenmannschaft gegründet.

 

In der Spielzeit 1987/88 löste Peter Kathan senior Franz Neumair als Cheftrainer ab. In den folgenden Jahren konnte sich der TuS Geretsried in der Oberliga Süd etablieren. Kurz vor Beginn der Abstiegsrunde der Saison 1989/90 wurde Trainer Kathan durch Horst Valasek und Gerhard Herrmann ersetzt. Einen weiteren Schritt nach oben schafften die Nachwuchsmannschaften: In der Saison 1987/88 spielten bis auf die Junioren alle Teams bereits in der höchsten Bayerischen Spielklasse.

 

1990 - 1999

 

Die Kleinschüler gewannen zudem erstmals die Bayerische Meisterschaft.

In der Saison 1990/91 belegte die Erste Mannschaft den dritten Tabellenplatz der Oberliga Süd und gewann zusätzlich den erstmals ausgespielten Bayernpokal vor über 2.000 Zuschauern im Geretsrieder Kunsteisstadion gegen den SC Memmingen.

Im folgenden Jahr gewann der TuS erneut den Bayernpokal, dieses Mal durch einen 6:2- Auswärtserfolg beim Heilbronner EC, und schloss die Meisterschaftsrunde der Oberliga-Süd als Tabellenerster ab.

Bei den Spielen um die Deutsche Oberligameisterschaft konnte das Heimspiel gegen den ETC Timmendorfer Strand mit 6:5 gewonnen werden. Das Rückspiel an der Ostsee wurde allerdings klar mit 12:2 Toren verloren, sodass Timmendorf dank des besseren Torverhältnisses die Meisterschaft gewann. Wegen Umstrukturierungen im DEB-Bereich gab es in dieser Saison allerdings keinen Aufsteiger.

Die Junioren wurden in der Hauptrunde der Klasse A Dritter und blieben in den Spielen um den Verbleib in der Spielklasse ungeschlagen. Das Jugendteam konnte die Bayrische Vizemeisterschaft gewinnen und qualifizierte sich damit für die Endspielrunde um die Deutsche Meisterschaft. Auch die Schüler konnten sich für Endrunde der Deutschen Meisterschaft qualifizieren und belegten dort den vierten Tabellenplatz.

In der Saison 1992/93 belegte die Seniorenmannschaft nur noch den zwölften Platz in der Oberliga, das Team konnte den Klassenerhalt jedoch in der Qualifikationsrunde sichern. Während der Saison gab es außerdem einen Trainerwechsel: Alfred Neidhart übernahm nach Streitigkeiten innerhalb des Teams das Traineramt von Horst Valasek und Gerhard Herrmann.

Das Juniorenteam scheiterte in der Aufstiegsrunde zur Junioren-Bundesliga, die Jugend belegte einen Mittelfeldplatz, konnte jedoch erneut die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erreichen. Erfolgreich war das Schülerteam, das die Bayerische Meisterschaft errang und bei der Deutschen Meisterschaft Dritter wurde.

Die Damen etablierten sich währenddessen in der deutschen Dameneishockey-Bundesliga.

Die Erste Mannschaft sicherte im Folgejahr durch einen zweiten Platz in der Qualifikationsrunde erneut die Klasse. Anfang Januar wurde Trainer Alfred Neidhart wurde Anfang Januar von Hans Rothkirch abgelöst. Den jeweils dritten Tabellenplatz sicherten sich die Junioren bei den Spielen um die Bayerische Meisterschaft der Klasse A sowie in der Qualifikationsrunde zur Junioren-Bundesliga. Die Jugend erreichte wiederum die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, die Schüler stiegen erstmals seit Jahren in die Klasse B ab. De Knaben erreichten einen vierten Platz in der höchsten bayrischen Spielklasse. In der Zwischenzeit bewegte sich die Anzahl der aktiven Nachwuchsspieler zwischen 180 und 200 Jugendlichen.

Das Damenteam Moskitos gewann zunächst die Bayerische, anschließend die Süddeutsche und letztlich sogar die Deutsche Meisterschaft.

 

 

Deutscher Meister Saison 1993/94

obere Reihe (v.l.n.r.): Stehanie Frühwirt, Christian Schopf (Betreuer), Martina Weiß

mittlere Reihe (v.l.n.r.): Georg Katzer (Co-Manager), Claudia Scholz, Renate Iffelsberger, Ute Fuchs, Elke Peters, Wiltrud Schmid, Ute Tschersich, Gabi Wörschhauser, Carolin König, Adolf Fuchs (Manager)

untere Reihe (v.l.n.r.): Christina Oswald "C", Andrea Rieger, Manuela Hirt, Alfons Hitzenbichler (Trainer), Thomas Fischer (Co-Trainer), Alin Fischhaber, Gudrun Fuchs, Rosi Strobl "A"

nicht auf dem Bild: Andrea Weißbach "A"

 

Im Frühjahr 1994 übernimmt Heinz-Peter Boothe die Abteilungsleitung.

 

Wie viele Vereine es bereits vorher gemacht haben, so gaben sich die Eishockeymannschaften einen Zusatznamen mit einem schönen Logo und spielten künftig unter „River Rats Geretsried“; was vor allem die jungen Spieler begeisterte.

 

Durch die Einführung der Deutschen Eishockey Liga (DEL) als neues Oberhaus und der damit verbundenen Neustrukturierung des Ligensystems wurde der TuS Geretsried zur Saison 1994/95 in die neue zweitklassige 1. Liga eingeteilt.

Dort konnte das Team unter Trainer Josef Capla den Klassenverbleib erst durch einen dritten Platz in der Qualifikationsrunde sichern.

Erfolgreicher waren jedoch die Junioren, welche die Bayerische Meisterschaft gewannen und in der Qualifikationsrunde zur Junioren-Bundesliga den zweiten Platz belegten, welcher zum Aufstieg in die höchste Liga berechtigte. Die Jugend sicherte den Klassenverbleib in der Bayernliga, dem Schülerteam gelang die Meisterschaft der Landesliga und damit der Wiederaufstieg in die Bayernliga. Die Knaben wurden Bayrischer Vizemeister, die Kleinschüler belegten in ihrer Gruppe jeweils den ersten Platz, ebenso die Kleinstschüler, die bei allen Turnieren das Eis als Sieger verließen.

 

Die Geretsrieder Andreas Morczinietz und Marco Flügel gewannen mit der Deutschen U18-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft im April 1995 die Silbermedaille.

 

Mit der neu gewählten Abteilungsleitung unter Hans Nitsch ging man dann in die Saison 95/96.

Unter der Leitung des kanadischen Trainers Harry Mahood und einem TuS-Team mit einem Durchschnittsalter von 22,7 Jahren erreichte die Mannschaft aber nur Rang 12 in der Tabelle und schaffte den Klassenerhalt erst in der Relegationsrunde der in „Hacker-Pschorr-Liga“ umbenannten 1. Liga Süd.

Bedauerlicherweise kamen durchschnittlich nur 607 Besucher zu den Heimspielen in das Stadion, das ein Fassungsvermögen für 3.500 Zuschauer bietet.

Die Junioren konnten ebenfalls über die Aufstiegsrunde ihre Zugehörigkeit in der Junioren-Bundesliga sichern, ebenso die Jugend und die Schüler die Bayernliga.

Die Damenmannschaft „Moskitos“ belegte indes den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft.

 

Die Saison 1996/97 war vom „Bosman-Urteil“ der EU geprägt. Während neben den zwei Kontingentspielern konnten zusätzlich vier EU-Spieler eingesetzt werden durften, entstanden beim TuS Geretsried durch den Wegfall der Aus- und Weiterbildungsentschädigungen erhebliche wirtschaftliche Probleme. Nach einem missglückten Saisonstart lösten Michael Wanner und Gerhard Herrmann das Trainerduo Mahood/Haubennestel ab. Dennoch stieg die Mannschaft am Saisonende in die 2. Liga Süd ab, nachdem das entscheidende Play-down-Spiel gegen den EV Regensburg nach Penaltyschießen verloren wurde.

Auch den Junioren gelang der Klassenerhalt in der Junioren-Bundesliga nicht. Dafür schaffte die Jugend den Aufstieg zur Jugend-Bundesliga Süd, während sich die Schüler für die Deutsche Meisterschaft qualifizierten. Die Knaben wurden außerdem erneut Bayerischer Meister.

 

In der Saison 1997/98 erreichte die Seniorenmannschaft den vierten Platz der 2. Liga Süd, verpasste aber nach einem sechsten Platz in der Aufstiegsrunde die Rückkehr in die 1. Liga.

Die Juniorenmannschaft stieg erstmals seit langen Jahren in die Landesliga ab. Erfolgreicher dagegen das Jugendteam, das in der Bundesliga Süd den vierten Tabellenplatz belegte und sich damit für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft qualifizierte. Die Schüler belegten in der Bayernliga und der Qualifikationsrunde zur deutschen Meisterschaft Plätze im Mittelfeld, die Knaben erreichen den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften.

In der Spielzeit 1998/99 belegten die Herren lediglich den sechsten Tabellenplatz und verpassten in der Aufstiegsrunde mit dem letzten Tabellenplatz erneut die Rückkehr in die Zweitklassigkeit. Der Juniorenmannschaft gelang währenddessen der Wiederaufstieg in die Bayernliga.

In Anerkennung für die konstante Leistung der Eissportabteilung und seiner Damenmannschaft wurde dem TuS vom DEB die Ausrichtung der Deutschen-Damen-Eishockeymeisterschaft am 20/21. Februar 1999 übertragen.

Die Moskitos hatten die Saison als Tabellenführer vor dem Mannheimer ERC abgeschlossen und gingen somit als Favorit in das Turnier. Im Endspiel unterlag das Team jedoch den Mannheimern mit 6:4 Toren und wurde somit Deutscher Vizemeister.

 

Regelmäßig wurden mehrere Spielerinnen dieses Teams in die Nationalmannschaft berufen. Kapitän der Moskitos und auch der Deutschen Nationalmannschaft war unsere Spielerin Christina Oswald, die zu der  Zeit bereits über 100 Spiele im Nationaltrikot bestritten hat. Auch die TuS-Eigengewächse, wie Steffi Frühwirt, Michaela Lanzl, Andrea Weißbach und Sabrina Kruck, haben den Weg von der Eishockeyschule über die Jugendmannschaften zur Nationalmannschaft gefunden. Hinzu kamen mit Franziska Reindl, Christine Berndaner und Gabriele Sindlhauser junge Damen die sich ebenfalls einen Platz im Nationalteam erkämpft haben.

 

Bedingt durch die permanenten finanziellen Schwierigkeiten der Eissportabteilung, die überwiegend mit der ersten Herrenmannschaft entstanden, versuchte man für die Saison 1999/2000 einen neuen Weg zu beschreiten. Es wurde eine eigenständige GmbH gegründet, die den Spielbetrieb der ersten Mannschaft übernahm. Die Damenmannschaft und der Jugendbereich incl. Eishockeyschule blieben beim TuS. Zwischen der GmbH und dem TuS wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen, der die Zusammenarbeit regelte. Die Abteilungsleitung für den TuS übernahm Hans Goldbrunner.

Das Traineramt bei den Riverrats übernahm Horst Valasek, unter dessen Führung sich das Team den zweiten Platz hinter dem ESV Kaufbeuren in der Regionalliga Süd sicherte. Es folgte die Aufstiegsrunde zur Oberliga, in der die Riverrats nach zwanzig Spieltagen den siebten Platz belegen konnte.

Im Nachwuchsbereich schafften bis auf die Junioren, die aus der Junioren-Bundesliga absteigen mussten, alle anderen Mannschaften den Klassenerhalt.

 

2000 - 2006

 

Die Damenmannschaft „Moskitos“ gewann erneut die Deutsche Vizemeisterschaft. Auch in der Saison 2000/01 erreichte die Mannschaft erneut das Finale um die Deutsche Meisterschaft, unterlag dort aber dem TV Kornwestheim.

Da sieben unserer Spielerinnen vom DEB für den Kader der Olympischen Spiele in Salt Lake City berufen wurden, bat uns der DEB für eine optimale Vorbereitung zu sorgen. Diese konnten wir den Damen bei nur einer Eisflächen in Geretsried nicht bieten und so wechselte die Mannschaft zur neu gegründeten Damenmannschaft des SC Riessersee. Die Damenmannschaft Moskitos wurde aufgelöst.

 

2001 wurde erstmals wurde wieder eine Zweite Mannschaft beim TuS gemeldet, die sich in der Bezirksliga Bayern gegen die Zweiten Mannschaften des EC Bad Tölz und des SC Riessersee durchsetzten konnte und in die Landesliga Bayern aufstieg. In der Saison 2002/03 gelang der Zweiten Mannschaft schließlich der Aufstieg in die Bayernliga.

 

Im Frühjahr 2003 gab die von den Riverrats organisierende GmbH die Lizenz für die Oberliga an die Eissportabteilung des TuS zurück, jedoch konnten die Voraussetzungen für die Lizenzerteilung nicht mehr erreicht werden, woraufhin der Spielbetrieb in der Bayernliga eingestellt wurde.

Daraufhin wurde die bisherige Zweite zur Ersten Mannschaft und nahm weiterhin am Spielbetrieb der Bayerischen Eishockey-Liga teil. Dort belegte das Team in der Spielzeit 2004/05 den dritten Platz.
Neuer Abteilungsleiter Eissport wurde Burkhard Pappers, der im April 204 die Verantwortung an Stefan Strobl übergab.

 

Die permanenten und andauernden finanziellen Schwierigkeiten der Eissportabteilung konnte und wollte der Hauptverein und seine anderen zehn Abteilungen nicht länger hinnehmen. Nach einer Sitzung mit dem Vorstand und Vereinsausschuß erklärte daraufhin die Abteilungsleitung Eissport schriftlich ihren Austritt aus dem TuS Geretsried und gründeten den neuen Verein ESC Riverrats Geretsried.

Die meisten Mitglieder der Eissportabteilung des TuS Geretsried traten aus dem TuS aus und wechselten zum ESC; woraufhin der TuS seine Eissportabteilung auf inaktiv setze, jedoch nicht aufgelöst wurde.

 

Zurückblickend kann die Eishockeyabteilung im TuS Geretsried auf hervorragende sportliche Erfolge verweisen. Neben vielen erfolgreichen Jahren in der Regional- und Oberliga spielte die erste Mannschaft, die zuletzt als River Rats Geretsried antrat, zwei Jahre in der unter der DEL angesiedelten 1. Bundesliga und mehrere Spielzeiten in der damaligen zweiten Liga. Unvergessen wird dabei ein Spiel gegen den Lokalrivalen EC Bad Tölz aus der Spielzeit 1983/84 bleiben, das der TuS vor über 4.000 Zuschauern im Heinz-Schneider-Eisstadion mit 7:5 für sich entschied.

Aufgrund der hervorragende – und mehrfach ausgezeichneten Nachwuchsarbeit war Eishockeysparte ein Talentschuppen für viele spätere Bundesligaspiele wie z.B. Rudi Sternkopf, Daniel Lammel, Ulrich Liebsch, Peter Holdschick, Markus Janka, Andreas und Martin Morczinietz oder Korbinian Holzer.

 

Den größten Erfolg der Abteilungs- und Vereinsgeschichte erreichte jedoch die als „Moskitos“ antretende Eishockey-Damenmannschaft, die 1994 den Deutschen Meistertitel gewann und zahlreiche Bayerische- und Süddeutsche Meistertitel erringen konnte. In ihren Reihen spielte zahlreiche Nationalspielerinnen, die auch die deutschen Farben bei Olympia getragen haben.

Herausragend hierbei Christina Oswald / Fellner, die es in ihrer Laufbahn auf 287 Länderspiele, Stephanie Frühwirt - 195, Sabrina Kruck – 171, Michaela Lanzl – 144 und Andrea Lanzl – 108 Länderspiele.