Chronik
Gründungsphase 1949
Die Geburtsstunde schlug bereits einige Tage zuvor. Am 28. März trafen sich auf Initiative des Friseurmeisters Franz Grieser zehn fußballbegeisterte Männer in der damaligen Gaststätte Tschannerl und beschlossen: „wir gründen einen Verein“. Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden und wurde wenige Tage später umgesetzt – fünf Frauen und 25 Männern unterzeichneten am 12. April 1949 die Gründungsurkunde des TuS Geretsried. Name des Vereins, Ziele und Vereinsfarben wurden im Protokoll der Gründungsversammlung festgelegt. Bereits während der Gründung wurde festgeschrieben, dass der TuS nicht nur im Fußballsport, sondern auch in anderen Sportarten aktiv werden wollte.
Damit ist der Verein fast ein Jahr älter als die Gemeinde Geretsried, die am 1. April 1950 gegründet wurde.
Das Vereinswappen in den Farben schwarz/weiß/grün wurde von Hans Friedrich entworfen.
Zum ersten Vorsitzenden wurde Kurt Feuser gewählt, der schon damals die Meinung vertrat: Der Sportverein sollte nicht nur die üblichen Aufgaben haben, sondern darüber hinaus eine helfende Gemeinschaft bilden“. Sein Stellvertreter wurde Karl Tschannerl, zum Kassier wurde Otto Werner ernannt.
Als Patenverein leistete der TSV Schäftlarn „Geburtshilfe“.
Unmittelbar im Anschluss an die Vereinsgründung wurde dann ordnungsgemäß als erstes eine Fußballabteilung gegründet.
Die Zeit zwischen 1945 und 1949 war nicht leicht. Die Menschen mussten die Probleme und Nöte der Nachkriegszeit bewältigen. Geretsried war im Krieg eine riesige Munitionsfabrik, die in den letzten Kriegstagen von den Alliierten aus der Luft zerstört wurde und nach Kriegsende demontiert wurde.
Aus diesen aufgelassenen Fabrikgebäuden und Wohnbunkern hat sich Geretsried entwickelt.
Im April 1946 kam der erste Massentransport mit 550 Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland an; weitere folgten. Wohnungsmangel, Arbeitslosigkeit und Hunger waren an der Tagesordnung.
Die Menschen mussten erst einmal ihr eigenes Leben wieder in den Griff bekommen, also nach Arbeit und Broterwerb Ausschau halten. Sie hatten sich an die Gegebenheiten in einer völlig neuen Umgebung anzupassen, bevor sie sich mit anderen Dingen, wie eben beispielsweise dem Sport, beschäftigen wollten und auch konnten.
Zunächst bestand der TuS ausschließlich aus der Fußball-Abteilung.
Das erste Fußballspiel wurde am 16. Juni 1949 gegen TSV Schäftlarn ausgetragen und wurde mit 4:3 gewonnen.
Der erste Torschütze für den TuS Geretsried war Ernst Riedl; allerdings war dieses leider ein Eigentor !
1950 – 1959
Bereits in der Saison 1950/51 konnte der TuS die Meisterschaft in der C-Klasse erringen.
Am 5. Mai 1951 wurde die Turnabteilung gegründet.
Noch im gleichen Jahr am 11. 12. wurde die Schach-Abteilung gegründet. Erster Abtlg.-Leiter war Adalbert Enzmann, sein Stellvertreter Adalbert Varga; gespielt wurde fortan in den Lokalen "Böhm" und "Tschannerl".
Im Winter 1951 schickte der TuS einen Rodler zur Süddeutschen Meisterschaft, der einen beachtlichen 5. Platz belegen konnte.
Die Mitgliederzahl stieg auf 150 Mitglieder.
Im Jahre 1952 gab sich der Verein die erste Satzung.
Am 1. Febr. 1952 gründeten die Handballer die vierte Abteilung im TuS.
Es wurde mit dem Umbau der Halle 391 (heutiges Schützenheim) zu einer Turnhalle begonnen.
Im März 1953 verunglückte der 1. Vorsitzende Kurt Feuser tödlich; zu seinem Nachfolger wurde am 17. April 1953 Franz Füger gewählt.
Sportlich konnten die Schachspieler die ersten Lorbeeren einfahren: Gradl wurde Bezirksmeister Oberland / Varga wurde 4.; im darauffolgenden Jahr wurde Voß Oberlandmeister und Gradl Oberlandzweiter.
Am 20. März 1954 wurde Hans Adamek zum 1. Vorstand gewählt, der dann den TuS für 20 Jahre durch alle Turbulenzen führte.
Der Turnbetrieb ruht mangels Turngeräte; später bekam man vom TSV Wolfratshausen einige Geräte geschenkt und man konnte den Übungsbetrieb an Geräten wieder aufnehmen.
1955 bekommt der Fußballplatz an der Tattenkofener Straße ein Umkleidehaus; bis dahin waren die Sportler nach dem Spiel auf das Wasser der nahegelegenen Kiesgrube angewiesen.
1956 übernimmt die Gemeinde Geretsried die Fertigstellung der Turnhalle; der TuS ist Miteigentümer.
Unsere Fußballer steigen in die A-Klasse auf; auch die Handballer spielen sehr erfolgreich.
Unter der Regie von Gustav Schenk richtet der TuS die Bundesjugendspiele aus.
1957 wird die Turnhalle endgültig fertig und der Bestimmung übergeben.
Anfang Juni 1958 wird im CVJM-Jugendheim in der Egerlandstrasse die Tischtennis-Abteilung gegründet; erster Abteilungsleiter wird Oskar Bauer.

Festzug durch die Stadt beim 10-jährigen Jubiläum des TuS
voran der TuS-Vorstand
unter der Leitung von Hans Adamek
1960 – 1969
Im Januar 1961 erfolgt die Gründung der Eissportabteilung.
Mit einem großen Spiel- und Sportfest wird am 21./22. Mai 1966 feierlich das Isaraustadion offiziell eröffnet, das sich als Prunkstück für den Sport im Oberland präsentierte.
Die Fußballabteilung konnte zu diesem Anlass die Bundesliga – Mannschaft des FC Bayern München für ein Freundschaftsspiel gewinnen.
In Kenntnis der neuen Möglichkeiten hatte sich bereits am 25. 3. dieses Jahres eine Leichtathletikabteilung gegründet.
Die Tischtennisabteilung wird mit der Ausrichtung der Kreismeisterschaft am 17. 6. beauftragt.
Im Sommer 1967 findet im Isaraustadion der Leichtathletik-Jugend-Länderkampf mit Bayern, Hessen und Baden-Württemberg statt.
Die Handball-Damen schaffen den Aufstieg in die A-Klasse; im Eishockey werden die Männer Meister der Kreisklasse B.
Im Jahre 1968 findet der Leichtathletik-Länderkampf der Frauen zwischen Deutschland und Frankreich im Isaraustadion statt.

- Liesel Westermann und Heide Rosendahl beim LA-Länderkampf in Geretsried
1970 – 1979
Unsere Eishockey-Herren schaffen 1970 den Aufstieg in die Landesliga; auch die Handballer und Tischtennisspieler erkämpfen sich Plätze in höheren Ligen.
1970 erfolgt die Gründung einer Volleyball-Abteilung; ein steiler sportlicher Aufstieg führte die 1. Mannschaft bis hinauf in die Bayernliga; leider musste die Mannschaft aber später zurückgezogen werden, da der finanzielle Aufwand in einer derart hohen Liga die Möglichkeiten der Abteilung überstieg.
Als Unterabteilung von Volleyball wird die damalige Trendsportart Badminton in den TuS neu aufgenommen. Initiator für diese damals noch exotische Sportart war Oskar Artner, der dann auch die Abteilungsleitung übernahm und sie über 25 Jahre führte.
1971 wird erneut ein Leichtathletik-Länderkampf der Frauen in Geretsried ausgetragen, Gegner der deutschen Mannschaft sind die Frauen aus Rumänien.
Die Tischtennisabteilung wird vom BTV mit der Ausrichtung der Bezirkseinzelmeisterschaft Oberland beauftragt.

Auf dem Weg von Athen zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1972 in München wurde das Olympische Feuer auch durch Geretsried getragen. Sportler des TuS hatten die Ehre mit dieser Fackel durch unsere Stadt zu laufen und damit ein kleiner Teil der großen Staffel gewesen zu sein.
Am Ende des Jahres 1974 weist der TuS 25 Jahre nach seiner Gründung die stattlich Anzahl von 1.876 Mitgliedern aus und kann in mehreren Sportarten mit schöner Regelmäßigkeit zahlreiche regionale und nationale Erfolgen erringen.
Nach den ersten 25 Jahren einer stürmischen Entwicklung trat in den Folgejahren eine Zeit der Konsolidierung ein.
Zum 25-jährigen Jubiläum des TuS war die Mitgliederzahl auf 1.876 angewachsen.
Am 29.3.1974 übergab Hans Adamek die Leitung des Vereins an Günther Maex, ihm folgte im März 1979 Alfred Assmann. Hans Adamek wurde nach der Amtsübergabe zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
1980 – 1989
Im Jahr 1983 bildete sich innerhalb der Turnabteilung eine Tanzsportgruppe, die sich überwiegend auf Rock´n Roll konzentrierte. Die Tänzer gaben sich für ihre Auftritte den Namen „Rocking Bananas“. Der TuS konnte den Ansprüchen der Tänzer bezüglich Trainingszeiten und finanzieller Unterstützung nicht in der erwarteten Form entsprechen und so wechselten die Rock´n Roller geschlossen den Verein Richtung Waldram und beim TuS wurde die Gruppe per 31.12.1990 wieder aufgelöst.
Am 28. Januar 1987 wurde auf Betreiben von Alfred Assmann die Koronarsportabteilung im TuS gegründet. Im Koronarsport trainieren unter qualifizierter Anleitung und mit ärztlicher Aufsicht Damen und Herren, die Herz- oder Kreislauferkrankungen haben. Hier dokumentierte der TuS, dass auch der Breiten- und Gesundheitssport eine gleichgewichtige Rolle neben dem Leistungssport darstellt.
Die sportliche Entwicklung, der finanzielle Aufwand und die Mitgliederzahl ging ständig nach oben. Diese Zunahme machte auch eine strukturelle Änderung bzgl. Führung und Satzung erforderlich. Im Jahre 1987 begannen unter der Regie von Erwin Duda die Vorarbeiten den TuS auf die Form einer Delegiertenversammlung umzustellen.
Die Satzungen und Ordnungen mussten komplett neu gestaltet werden, um diese Organisationsform von Hauptverein und Abteilungen verbindlich für die Zukunft zu ordnen. Am 4. Mai 1990 wurde diese Satzung im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen.
1990 – 1999
Als vorläufig letzte und damit 11 Abteilung wurde im Februar 1992 unter Leitung von Ottilie Strauß die Basketballabteilung aus der Taufe gehoben.
Ende Januar 1992 zog es den Vorstandsvorsitzenden Erwin Duda berufsbedingt wieder in seine alte Heimat Friesland zurück; zu seinem Nachfolger wurde, so wie es die Satzung in diesen Fällen vorsieht, vom Vorstand Gerhard Münster gewählt.
Im April 1992 wurde die Geschäftsstelle des TuS im Vereinsheim in der Jahnstrasse eröffnet. Seither werden die Mitglieder- und Beitragsverwaltung und andere Verwaltungsaufgaben über die Geschäftsstelle abgewickelt. Der TuS hat eine offizielle Ansprechstelle für jeden Bürger und ist telefonisch präsent.
Neuestes Kind der sportlichen Entwicklung war eine Inli8ne-Hockeygruppe innerhalb der Eissportabteilung, die bereits erfolgreich die erste Saison absolviert hat. Leider musste die attraktive Trendsportart aber bald wieder aufgegeben werden, da die Kosten nicht finanzierbar waren und sich im organisatorischen Umfeld einige unlösbare Probleme aufbauten.
Im Juni 1992 gelingt es der Tischtennisabteilung einen sportlichen Leckerbissen nach Geretsried zu holen; in einem Schaukampf spielen der 10malige Weltmeister Guo Yuehua aus China und der 4malige Weltmeister Chen Xinhua gegeneinander. Für Tischtennisfans ein einmaliges Erlebnis diese WM-Könige live spielen zu sehen.
Zum Abschluss der Saison 1994/95 werden die „Moskitos“, die Eishockey-Damen des TuS, Deutscher Eishockeymeister, nachdem sie bereits vorher bayerischer und süddeutscher Meister geworden sind.
Bedingt durch die permanenten finanziellen Schwierigkeiten der Eissportabteilung, die überwiegend mit der ersten Herrenmannschaft entstanden, versuchte man für die Saison 1999/2000 einen neuen Weg zu beschreiten. Es wurde eine eigenständige GmbH gegründet, die den Spielbetrieb der ersten Mannschaft übernahm. Die Damenmannschaft und der Jugendbereich incl. Eishockeyschule blieben beim TuS. Zwischen der GmbH und dem TuS wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen, der die Zusammenarbeit regelte.
In Anerkennung für die konstante Leistung der Eissportabteilung und seiner Damenmannschaft wird dem TuS vom DEB die Ausrichtung der Deutschen Damen-Eishockeymeisterschaft am 20/21. Februar 1999 übertragen.
Im Halbfinale wurde der OSC Berlin recht klar bezwungen; vor über 1000 Zuschauern verloren unsere Damen das Endspiel gegen den Mannheimer ERC mit 6 : 4 Toren und konnten damit die Deutsche Vizemeisterschaft erringen.
2000 – 2009
Im Frühjahr 2003 gab die von den Riverrats organisierende GmbH die Lizenz für die Oberliga an die Eissportabteilung des TuS zurück, jedoch konnten die Voraussetzungen für die Lizenzerteilung nicht mehr erreicht werden, woraufhin der Spielbetrieb in der Bayernliga eingestellt wurde.
Daraufhin wurde die bisherige Zweite zur Ersten Mannschaft und nahm weiterhin am Spielbetrieb der Bayerischen Eishockey-Liga teil. Dort belegte das Team in der Spielzeit 2004/05 den dritten Platz.
Die permanenten und andauernden finanziellen Schwierigkeiten der Eissportabteilung konnte und wollte der Hauptverein und seine anderen zehn Abteilungen nicht länger hinnehmen. Nach einer Sitzung mit dem Vorstand und Vereinsausschuß erklärte daraufhin die Abteilungsleitung Eissport im März 2006 schriftlich ihren Austritt aus dem TuS Geretsried und gründeten den neuen Verein ESC Riverrats Geretsried.
Die meisten Mitglieder der Eissportabteilung des TuS Geretsried traten aus dem TuS aus und wechselten zum ESC; woraufhin der TuS seine Eissportabteilung auf inaktiv setze, jedoch nicht aufgelöst wurde.
Im Rahmen der Delegiertenversammlung am 19. Mai 2006 übergibt Gerhard Münster die Führung des TuS an Stephan Heinle, der seither die Geschicke des TuS leitet. Da Stephan Heinle beruflich sehr viel unterwegs ist, wurde für seine Unterstützung in der Geschäftsstelle ein Geschäftsführer eingestellt.
Im Sommer 2009 hat der TuS Geretsried zusammen mit der Champini gGmbH mit Sitz in Nürnberg die Gemeinnützige Gesellschaft TuS Geretsried Champini gGmbH gegründet. Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb einer Bewegungskindertagesstätte in der Adalbert Stifter Straße in Geretsried.
Das Konzept wurde aus der bestehenden Einrichtung in Nürnberg übernommen. Neben der bewegungsorientierten Betreuung, steht die gesunde Ernährung und eine sehr individuelle Förderung der Persönlichkeiten im Vordergrund.
In Summe sollen circa 50 Krippenplätze und ebensoviele Kindergartenplätze entstehen. Die Eröffnung ist für den Sommer 2010 geplant.
2010 –


